Kreislaufverbundsysteme - eine nachhaltige Lösung für die Wärmerückgewinnung?

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In Zeiten steigender Energiepreise und wachsender Anforderungen an Nachhaltigkeit rückt die effiziente Nutzung von Abwärme zunehmend in den Fokus industrieller Unternehmen. Ein bewährter Ansatz zur Reduktion des Energieverbrauchs in Lüftungsanlagen ist der Einsatz eines Kreislaufverbundsystems. Diese Technologie ermöglicht eine wirtschaftliche und zugleich technisch sichere Form der Wärmerückgewinnung, selbst bei stark verunreinigten oder korrosiven Abluftströmen – ohne direkten Kontakt zwischen Zu- und Abluft.

Doch was genau ist ein Kreislaufverbundsystem? Wie funktioniert es und wo wird es eingesetzt? In diesem Beitrag möchten wir Ihnen die Funktion des Kreislaufverbundsystems erläutern und aufzeigen, warum es insbesondere in anspruchsvollen Industrieumgebungen – etwa in der Oberflächentechnik, chemischen Industrie oder Forschungseinrichtungen – eine nachhaltige Lösung darstellt.

Wenn Sie sich mit der Planung oder Optimierung industrieller Lüftungsanlagen beschäftigen, bietet dieser Beitrag einen fundierten Überblick zur Wärmerückgewinnung mittels Kreislaufverbundsystem. Gleichzeitig zeigen wir auf, wie Sie durch den gezielten Einsatz von Calorplast Kunststoff-Wärmetauschern im Kreislaufsystem maximale Effizienz, Korrosionsbeständigkeit und Betriebssicherheit erzielen können.

Wie funktioniert ein Kreislaufverbundsystem?

Ein Kreislaufverbundsystem nutzt zwei getrennte Wärmetauscher, die über einen geschlossenen Flüssigkeitskreislauf verbunden sind. Die Wärme aus der Abluft wird aufgenommen, transportiert und auf die Zuluft übertragen – effizient, wartungsarm und ohne Luftmischung.

Welche Aufgaben übernimmt ein Kreislaufverbundsystem?

Ein Kreislaufverbundsystem ist mehr als nur eine Komponente im Luftführungssystem – es übernimmt zentrale Funktionen zur Effizienzsteigerung und Prozesssicherheit in industriellen Lüftungsanlagen. Die Hauptaufgaben liegen in der gezielten Wärmerückgewinnung, der Aufbereitung von Abluft und Zuluft sowie in der temperaturgeführten Versorgung sensibler Produktionsbereiche. Gerade in Branchen mit aggressiven oder kontaminierten Gasströmen ist das Kreislaufverbundsystem eine sichere und wirtschaftliche Lösung zur Senkung des Energieeinsatzes und zur Verbesserung der Umweltbilanz.

In vielen Industrieprozessen entstehen belastete oder chemisch aggressive Abluftströme, die nicht direkt mit Frischluft in Kontakt kommen dürfen. Das Kreislaufverbundsystem gewährleistet eine vollständige Trennung von Abluft und Zuluft. Über zwei separate Wärmetauscher wird die Energie aus der warmen Abluft auf den Wärmeträger übertragen und anschließend im Zuluftbereich wieder abgegeben. Dadurch wird die Zuluft effektiv vorgewärmt, ohne dass eine Luftverunreinigung stattfindet – eine essenzielle Voraussetzung für kontrollierte Umgebungen, z. B. in der chemischen Produktion oder in Reinräumen.

Ein wesentlicher Vorteil des Kreislaufverbundsystems liegt in der gezielten Temperierung der Zuluft. Anstelle zusätzlicher Heiz- oder Kühlsysteme nutzt das System die in der Abluft vorhandene thermische Energie, um die Frischluft vorzukonditionieren. Damit lassen sich nicht nur Heizkosten senken, sondern auch Temperaturprofile stabil halten – etwa in temperaturkritischen Produktionsbereichen oder Laborumgebungen. Diese Funktion des Kreislaufverbundsystems trägt entscheidend zu einem energieeffizienten und zuverlässigen Anlagenbetrieb bei.

Die Steuerung der Luftzirkulation innerhalb einer Anlage ist für die Prozessqualität und das Raumklima von zentraler Bedeutung. In vielen Kreislaufverbundsystemen ist ein Gas-Wasser-Wärmetauscher zentrales Element, um die Luftzirkulation zu regulieren.

Um die Abluft und Zuluft in Industriebetrieben kompromisslos voneinander zu trennen, setzt Calorplast zwei Gas-Wasser-Wärmetauscher im Kreislaufverbundsystem ein. Die Abluft aus der Produktionshalle strömt durch den Abluftwärmetauscher nach außen und die frische Zuluft strömt durch den Zuluftwärmetauscher von außen in die Produktionshalle. Die beiden Wärmetauscher sind dabei über zwei Röhren, die das hydraulische System bilden, miteinander verbunden. Dieses hydraulische System nutzt entsprechende Steuerungen, um den Wärmetauschern zu signalisieren, welche Wassermengen durch die Wärmetauscher zirkulieren müssen, um die gewünschten Temperaturen zu erreichen. Je präziser die hydraulische Steuerung ist, desto effektiver kann die Wärme aus den Wärmetauschern herausgezogen werden. So wird die thermische Energie zwischen Zu- und Abluft übertragen.

Die Funktion eines Kreislaufverbundsystems im Detail erklärt

Ein Kreislaufverbundsystem (KVS) ist eine bewährte Lösung zur Wärmerückgewinnung in industriellen Lüftungsanlagen, insbesondere dann, wenn Abluft und Zuluft räumlich getrennt oder aus Sicherheitsgründen voneinander isoliert geführt werden müssen. Die Funktion eines Kreislaufverbundsystems basiert auf dem Prinzip der indirekten Energieübertragung mittels eines flüssigen Wärmeträgermediums. Dabei werden zwei Wärmetauscher in einem geschlossenen hydraulischen Kreislauf miteinander verbunden – ein Wärmetauscher in der Abluft- und einer in der Zuluftstrecke. Über diesen Kreislauf wird die in der Abluft enthaltene Wärmeenergie aufgenommen, transportiert und gezielt in die Zuluft übertragen. Dadurch wird der energetische Aufwand für die Erwärmung oder Kühlung der Zuluft signifikant reduziert, ohne dass ein direkter Luftaustausch erfolgt. Diese indirekte Wärmerückgewinnung ist speziell in Anlagen mit kontaminierter oder aggressiver Abluft von großem Vorteil, da sie sowohl Prozesssicherheit als auch Energieeffizienz in Einklang bringt.

Die Rolle des Wärmetauschers im Kreislaufverbundsystem

Der Wärmetauscher bildet das Herzstück eines jeden Kreislaufverbundsystems. Er übernimmt die eigentliche Wärmeübertragung zwischen dem Luft- und dem Flüssigkeitsstrom. Im klassischen Kreislaufverbundsystem finden sich zwei identische Wärmetauscher: einer auf der Abluftseite, der die thermische Energie aus der warmen Abluft aufnimmt, und ein zweiter auf der Zuluftseite, der diese Energie anschließend wieder abgibt. Das Wärmeträgerfluid – meist Wasser oder ein Wasser-Glykol-Gemisch – zirkuliert zwischen beiden Einheiten und fungiert als Transportmedium.

Die Auswahl des Wärmetauschertyps richtet sich dabei nach den spezifischen Anforderungen der Anwendung. In industriellen Umgebungen mit hohen Belastungen durch chemisch aggressive Medien kommen beispielsweise Calorplast Gas-Wasser-Wärmetauscher zum Einsatz. Diese zeichnen sich durch ihre vollständig kunststoffbasierte Ausführung aus, was sie korrosionsresistent, hygienisch unbedenklich und äußerst langlebig macht. Durch das modulare Design lassen sich solche Systeme zudem optimal an unterschiedliche Volumenströme und Einbausituationen anpassen – ein entscheidender Vorteil für maßgeschneiderte Lüftungskonzepte mit Kreislaufverbundsystem.

In Kombination mit intelligenter Strömungsführung und präziser Steuerung sorgt der Wärmetauscher dafür, dass die Funktion des Kreislaufverbundsystems dauerhaft energieeffizient, wartungsarm und zuverlässig erfüllt wird. So wird aus Prozessabwärme ein wirtschaftlicher Vorteil – und ein Beitrag zur nachhaltigen Energienutzung.

Kreislaufverbundsysteme in der Praxis: Anwendungsbereiche

Ein Kreislaufverbundsystem ist überall dort gefragt, wo hohe Anforderungen an Hygiene, Sicherheit oder Prozessreinheit gestellt werden – und wo eine direkte Zusammenführung von Zu- und Abluftströmen in einer gemeinsamen raumlufttechnischen Anlage technisch oder rechtlich nicht zulässig ist. Dank der vollständigen Trennung der Luftströme bei gleichzeitig effizienter Wärmerückgewinnung bietet das Kreislaufverbundsystem eine verlässliche Lösung für sensible Umgebungen in Industrie und Gebäudetechnik. Insbesondere dort, wo kontaminierte oder chemisch belastete Abluft anfällt, lässt sich mit einem geeigneten Kreislaufverbundsystem Lüftung nicht nur Energie sparen, sondern auch ein Höchstmaß an Betriebssicherheit erzielen.

  • Hygienische Trennung zwischen Abluft aus OP-Sälen, Infektionsbereichen und der Zuluft für andere Gebäudeteile ist essenziell.
  • Kreislaufverbundsysteme ermöglichen eine effiziente Wärmerückgewinnung ohne Luftmischung und verhindern so die Übertragung von Keimen oder Erregern.
  • Besonders in Intensivstationen, Isolierzimmern und Laborbereichen bieten sie einen entscheidenden Beitrag zur Einhaltung von Hygienerichtlinien nach VDI 6022.
  • In der Galvanotechnik entstehen hochkorrosive Abluftströme mit Säuren, Metallionen und Aerosolen, die nicht in Kontakt mit der Zuluft geraten dürfen.
  • Ein Kreislaufverbundsystem mit Calorplast Gas-Wasser-Wärmetauschern in Kunststoffausführung sorgt für eine sichere thermische Entkopplung der Luftströme.
  • Die Funktion des Kreislaufverbundsystems erfüllt dabei nicht nur energetische Anforderungen, sondern schützt auch das Lüftungssystem vor chemischer Schädigung.

Schauen Sie sich gerne unsere Case Study zu Kreislaufverbundsystemen in der Galvanik an.

  • In Forschungseinrichtungen, Universitäten und pharmazeutischen Produktionsstätten ist eine strikte Trennung von belasteter Abluft und sauberer Zuluft unerlässlich.
  • Kreislaufverbundsysteme gewährleisten zuverlässige Wärmerückgewinnung bei gleichzeitiger Prozesssicherheit – selbst bei wechselnden Betriebsbedingungen und hohen Anforderungen an die Luftreinheit.
  • Besonders in Gebäuden mit mehreren voneinander getrennten Laborbereichen sind sie eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zur vollständigen Neuplanung von Lüftungssystemen.

Vor- und Nachteile von Kreislaufverbundsystemen

Der Einsatz eines Kreislaufverbundsystems in industriellen Lüftungsanlagen bietet eine Vielzahl technischer und wirtschaftlicher Vorteile. Besonders bei anspruchsvollen Anwendungen mit aggressiver Abluft oder strengen Hygieneanforderungen hat sich das System als energieeffiziente und zugleich betriebssichere Lösung etabliert. Wie bei jeder Technologie gibt es jedoch auch bestimmte Rahmenbedingungen und Einschränkungen, die berücksichtigt werden sollten. Nachfolgend erhalten Sie einen kompakten Überblick über die wichtigsten Vor- und Nachteile dieser Wärmerückgewinnungslösung.

Vorteile

Durch die getrennte Wärmeübertragung im Kreislaufverbundsystem lassen sich bis zu 70 % der in der Abluft enthaltenen Energie zurückgewinnen.
Das Kreislaufverbundsystem benötigt keine direkte Luftverbindung – Zu- und Abluftgeräte können räumlich getrennt installiert werden.
Besonders bei Sanierungsprojekten bietet sich das System zur Nachrüstung an, ohne dass große bauliche Veränderungen notwendig sind.
Kunststoffe haben eine geringe Leitfähigkeit. Deshalb eignen sie sich optimal als Isolatoren in elektrotechnischen Anwendungen oder zur thermischen Trennung in Anlagen. Ohne sie wären viele moderne Elektrogeräte nicht denkbar. Dennoch eignen sich Kunststoffe auch für Wärmetauscher: Dank spezieller Konstruktionen wird ein effizienter Wärmeaustausch ermöglicht, während gleichzeitig Korrosionsbeständigkeit, chemische Resistenz und ein geringeres Gewicht große Pluspunkte darstellen.
Über die Förderpumpe im Wärmeträgerkreislauf kann die Leistung flexibel angepasst und exakt geregelt werden.
Die gezielte Nutzung vorhandener Prozessabwärme reduziert nicht nur den Heizbedarf, sondern verbessert die Gesamtbilanz Ihrer Lüftungsanlage.
Durch die Vermeidung eines Luftaustauschs zwischen Zu- und Abluft wird das Risiko einer Rückkontamination oder Verbreitung von Schadstoffen vermieden.
In Verbindung mit Calorplast Gas-Wasser-Wärmetauschern aus korrosionsbeständigem Kunststoff ist auch der Einsatz in chemisch aggressiven Umgebungen problemlos möglich.

Nachteile

Im Vergleich zu einfachen raumlufttechnischen Anlagen zählt das Kreislaufverbundsystem zu den kostenintensiveren Lösungen – insbesondere durch die zusätzliche Hydraulik.
Ohne geeignete Frostschutzmaßnahmen oder Steuerungskonzepte kann es im Winter zur Eisbildung im Wärmetauscher kommen.
Die eingesetzte Umwälzpumpe und das Wärmeträgerfluid erfordern regelmäßige Überwachung und Wartung.
Abhängig von Leitungsführung und Isolierung können Verluste auftreten, die den Wirkungsgrad reduzieren, wenn keine geeigneten Maßnahmen getroffen werden.

Mehr Effizienz für Ihre Anlage

Kreislaufverbundsysteme bieten eine technisch ausgereifte und nachhaltige Lösung zur Wärmerückgewinnung in industriellen Lüftungsanlagen – besonders dort, wo hohe Hygieneanforderungen, aggressive Abluft oder räumlich getrennte Luftströme eine direkte Wärmerückgewinnung ausschließen. Durch zwei getrennte Wärmetauscher und einen geschlossenen Flüssigkeitskreislauf ermöglichen sie eine effiziente, sichere und kontaminationsfreie Wärmeübertragung. In Kombination mit korrosionsbeständigen Calorplast Kunststoff-Wärmetauschern erzielen diese Systeme hohe Energieeinsparungen, maximale Betriebssicherheit und leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Emissionen und Betriebskosten. Damit sind Kreislaufverbundsysteme eine langfristig effiziente und nachhaltige Lösung für anspruchsvolle industrielle Anwendungen.

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